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Frohe Weihnachten

Nachträglich: 圣诞快乐! (shèngdàn kuàilè = Frohe Weihnachten)

Inzwischen haben wir in unserem Ausländer-Hochhaus auch Weihnachten gefeiert, mit Chinesen. Vor einigen Supermärkten und in Cafés standen auch Weihnachtsbäume, in Restaurants tragen Kellner Weihnachtsmützen, an Weihnachten selbst auch ein paar Leute in der Innenstadt. KTVs (Karaoke), Kinos, Bars und Einkaufszentren sollen an dem Abend auch besonders voll gewesen sein. Ich war aber in meiner WG, wo wir mit etwa 20 Leuten gegessen haben.

Am 17.12. gab es außerdem ein deutsch-chinesisches Weihnachtsfest. Chinesische Deutsch-Studenten haben z.B. Schneewittchen aufgeführt, „Ich liebe dich immer noch so sehr“ gesungen, getanzt, und wir Deutschen haben auch gesungen, ein Spiel gemacht, etc.

Hier noch ein Lipdup der Zhejiang University zu einem Lied von Lady Gaga.  Bis 4:20 ist es der Yuquan-Campus, danach mein Zijingang-Campus. Mein Campus wurde übrigens 2006 eröffnet. Der Häuserkomplex, in dem ich wohne, steht, wie ich erfahren habe, anscheinend erst seit ca. 2 Jahren. Hier gibt es wie gesagt einige Baustellen.

Hier ist es außerdem so kalt, sodass wir oft mit Jacken in den Vorlesungen sitzen. Weiterlesen »

Taizhou, Hangzhou, Berge, Street Dance

Das Wintersemester hat begonnen (es gibt hier wie gesagt 4 „Semester“ pro Jahr), nun besuch ich neben Chinesischkurs und Interkultureller Kommunikation noch „Chinesische Medien“, „Nation, Ethnizität und Nationalismus in China“ und „Public Policy & Social Security“.

Es gab in der Zwischenzeit eine Exkursion nach Taizhou im Osten von Zhejiang (ja, noch ein –zhou). Das ist auch eine relativ florierende Küstenstadt. Dort haben wir uns eine Beratungsfirma und zwei Fabriken angesehen (für Nähmaschinen und Flugzeugteile). Leider hab ich von dem Ausflug nicht so viel lernen können, allerdings scheinen zumindest von einer Fabrik die meisten Arbeiter aus anderen Provinzen zu kommen. Andere Provinzen heißt ärmere Provinzen, denn von Zhejiang aus gesehen ist fast ganz China ärmer. Sie arbeiten 7 Tage die Woche 8-12 Stunden und schicken Geld zu ihren Familien … Und sie haben 3-4 Wochen Ferien pro Jahr, wenn ich das alles richtig verstanden habe.

Danach haben wir uns noch einen Tempel angesehen (auch mal was Neues), diesmal den Guoqing-Tempel. Er wurde im 6. Jahrhundert n.Chr. gebaut und war die Heimat des Tiantai-Buddhismus. Diese Schule wird oft als diejenige chinesische buddhistische Schule angesehen, die sich als erste wirklich von der originalen indischen Lehre emanzipiert hatte (andere Beispiele sind Chan- (japanisch: Zen) und Reines-Land-Buddhismus). Der Tiantai-Buddhismus verbreitete sich später teils auch in Japan (Tendai) und Korea (Cheontae).

Noch ein paar Impressionen aus dem weltlicheren Hangzhou abseits des Westsees: Weiterlesen »

Quzhou

Dieses Wochenende haben wir wieder mal eine Exkursion gemacht, diesmal nach Quzhou in West-Zhejiang.
Es wird wieder einige Bilder von antiken Gebäuden geben, darum möchte ich nochmal anmerken, dass antike Gebäude die Ausnahme sind. Diese fotografiere ich nur überdurchschnittlich oft. (ich mache übrigens auch überdurchschnittlich oft Bilder von meinen Exkursionen und weniger oft davon, wie ich studiere ;-) ) In Hangzhou gibt es meiner Erfahrung nach etwa einige antike Bauten um den Westsee herum, hauptsächlich besteht die Stadt aber aus gesichtslosen, gleichförmigen, grauen Hochhäusern – und vielen Baustellen, wo noch mehr solche Hochhäuser gebaut werden. Das Stadtbild Hangzhous und auch ganz Chinas hat sich in den letzten paar Jahrzehnten stark geändert. Ein Professor meinte, dass die heutigen Straßenverläufe Hangzhous mit denen der alten Zeit kaum noch etwas gemeinsam haben. Das klingt nun etwas negativ, aber ich mag es auch, in einer Betonwüste zu leben!

Für eine Vorlesung sollten wir auch eine Studie lesen, die sich mit der Frage beschäftigt, warum China so eine reichhaltige Geschichte und genaue Aufzeichnungen der Vergangenheit besitzt, warum aber gleichzeitig ziemlich wenige wirklich alte Gebäude in China stehen. Weiterlesen »

Dies und das

Das Studium läuft vor sich hin, gerade ist die Prüfungswoche des Herbstsemesters, in dem ich faktisch aber nur eine Chinesischprüfung übermorgen habe (und einige Zusatzveranstaltungen wie Bibliothekseinweisungen). Dann kommt gleich das Wintersemester. Hier gibt es wie gesagt 4 „Semester“ pro Jahr.
Vorletztes Wochenende war ich mit andern bei einem Internationalen Musikfestival mit internationalen und chinesischen Bands (Infos z.B. bei morehangzhou.com). Die chinesischen Jugendlichen/Studenten haben praktisch nichts Alkoholisches getrunken, es war aber trotzdem Stimmung da.

Außerdem möchte ich nochmal hervorheben, dass (gleichaltrige) Chinesen nach meiner Erfahrung öfters Ausländer zum Essen einladen, was man in Deutschland so nicht beobachten kann. Ich kann nun leider nicht beurteilen, ob (westliche) Ausländer eher zum Essen eingeladen werden als andere Chinesen, ich glaube aber schon. Sie sind ja Gäste hier und Gäste sollte man gut behandeln, so denken einige.

Dieses WE nahm ich mit einem andern an einem 13 km-Lauf in Hangzhou um den Westsee teil. Er war ähnlich wie Läufe, die ich aus Deutschland kenne, außer, dass es zusätzlich nichts Kostenloses zu essen gab, dass viele 6 km-Läufer den Lauf eher als Spaziergang aufgefasst haben, sodass man die letzten Meter vor dem Ziel gar nicht mehr richtig laufen konnte, und dass ich nach dem Lauf mit meinem Laufpartner mindestens 70x von anderen fotografiert wurde, als wir auf einen anderen Freund gewartet haben. Davor wurde ich in meiner gesamten Zeit hier nur 2-3x fotografiert ……. Wir werden innerhalb der nächsten Monate wahrscheinlich auch noch an anderen Läufen teilnehmen, mal abwarten.

Insgesamt bin ich froh, dass ich hier nicht nur ein halbes Jahr bin, sondern ein ganzes, mir gefällt es hier sehr

Huang Shan

Am Wochenende war ich mit andern am Huang Shan (Gelbe Berge), der hier auch in der „Nähe“ ist. Er ist dreieinhalb Stunden Busfahrt durch hügelige Gegend nach Westen in die Nachbarprovinz Anhui (Friedliches Abzeichen) entfernt. Das Gebirge ist seit dem 8. Jh. unter diesem Namen bekannt, angeblich in Anlehnung an den Gelben Kaiser. Es hat steil aufragende Felsen und seltsame Formen, wurde über die Jahrhunderte oft gemalt und war auch die Inspiration für die teils schwebenden Berge im Film Avatar, wo sich die Hauptfigur einen Drachenvogel fängt – denn hier gibt es öfters Wolkenmeere, aus denen einzelne Gipfel des Gebirges herausragen, welches ich aber leider nicht gesehen habe.

Wie anscheinend öfters bei chinesischen Bergen gibt es hier viele, viele Stufen. Hier liefen auch Lastenträger herum und man konnte sich auf einem tragbaren Stuhl herumtragen lassen (was ich aber nur einmal gesehen habe). Die Touristen waren in der überwältigenden Mehrzahl Chinesen.

Wir waren nicht die einzigen Dummen, die ohne Bettenreservierung nach oben gegangen sind. Wir sind aber in Stockbetten auf einem Hotelgang untergekommen. Es wurden noch viele zusätzliche Betten im Hotel aufgestellt, auch in der Lobby, und vom Hotel gestellte Zelte vor den Hotels. Am Wochenende ist eben mehr los …