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Wuhan

Dann fuhr ich nach Wuhan, die Hauptstadt Hubeis nicht weit im Norden von Yueyang. Ich nahm den Hochgeschwindigkeitszug, einen Teil der Strecke Wuhan-Guangzhou, die im Dezember 2009 in Betrieb genommen wurde. Die Geschwindigkeit ist bis zu 350 km/h und China scheint für sich damit in Anspruch zu nehmen, den schnellsten Zug der Welt zu besitzen. Eine Schnellzug-Verlängerung Wuhan-Beijing soll 2012 folgen.

Der ebenfalls im Dezember 2009 eröffnete Wuhan-Bahnhof. Er ist neben Wuchang, Hankou und Hanyang nun der vierte große Bahnhof Wuhans.

Inmitten der grauen, großen, lauten (ich mag sie trotzdem, z.B. wegen reganmian = heiße trockene Nudeln, die man zum Frühstück heißt, auch gerne scharf) Stadt Wuhan steht ihr Wahrzeichen, der berühmte Gelber-Kranich-Turm (natürlich wieder aufgebaut in den 1980ern), ähnlich dem Yueyang-Turm, nur größer.

Wuhans erste Brücke über den Jangtse in der Geschichte wurde 1957 gebaut; sie war bis 1995 die einzige. Seit 2008 besitzt Wuhan auch einen Tunnel unter dem Jangtse. Der Brücke (wie vielen anderem auch) widmete Mao Zedong auch ein Gedicht, das Schüler zumindest in Wuhan in der Schule lernen. Damit wurde eine direkte Eisenbahnfahrt von Guangzhou nach Beijing möglich. Der Name Wuhan wird übrigens erst seit 1927 verwendet. Die Stadt bestand ursprünglich aus den drei Städten Wuchang (östlich des Jangtses), Hankou (nördlich der Mündung des Han-Flusses in den Jangtse) und Hanyang (südlich der Mündung des Han-Flusses in den Jangtse). Um diese Zeit war Wuhan auch ungefähr für ein Jahr die Hauptstadt der Republik China (davor Guangzhou, danach Nanjing).

Wuhan ist außerdem für den Wuchang-Aufstand 1911 bekannt, der die Revolution auslöste und die Jahrtausende alte Tradition des Kaiserreichs wegblies.

Dann fuhr ich noch ins nah gelegene Chibi.

Hier gab es am Ende der Han-Dynastie im Winter 208/9 eine Schlacht zwischen Cao Cao auf der einen Seite und Liu Bei und Sun Quan auf der anderen Seite. Weiterlesen »

Yueyang

bild00041In den Semesterferien bin ich zuerst nach Yueyang in Nord-Hunan gefahren, um einen Freund zu besuchen, den ich vor zwei Jahren in Xian kennenlernte und der mich anlässlich des chin. Neujahrsfests zu sich und seiner Familie einlud. Ich wurde sehr nett aufgenommen. Seine Eltern schenkten mir z.B. erst einmal eine Zigarettenschachtel, die, wie sich später herausstellte, ziemlich teuer war (etwa 15 €) und als Statussymbol gilt, was natürlich nicht nötig gewesen wäre. Ich durfte auch bei dem Klassentreffen seines Vaters dabei sein an dem vorläufig größten runden Tisch, an dem ich jemals saß, mit 20 Leuten und sich automatisch drehender Mittelscheibe, auf dem die Gerichte stehen.

Diese Klasse nahm am ersten Gaokao („Hohe Prüfung“, die zentrale Universitäts-Zulassungsprüfung) nach der Kulturrevolution 1977 teil, wodurch sie es aufgrund der besonders vielen Prüflinge besonders schwer hatte. Die Schüler in China werden heute jahrelang für diese eine gefürchtete Prüfung getrimmt, denn sie entscheidet auch darüber, auf was für eine gute Universität man gehen kann. Weiterlesen »

Exodus/Chunyun, Hukou-System

Seit etwa So den 15.1. ist es auf dem Zijingang-Campus ziemlich einsam. Die allermeisten Studenten sind nun in den Semesterferien und für das chinesische Neujahrsfest/Frühlingsfest nach Hause gefahren. Das Neujahrsfest ist in der Nacht vom 22.1. auf den 23.1., also nächste Nacht. Das genaue Datum des Fests ist von einem Mondkalender abhängig und damit etwas variabel. Die Feierlichkeiten gehen zwei Wochen lang bis zum Laternenfest am 6.2. Es ist das größte jährliche Fest in China und in seiner Bedeutung mit dem christlichen Weihnachten vergleichbar.

Das Jahr des Hasen geht zu Ende und 2012 ist das Jahr des (Wasser-)Drachens. In Jahren des Drachens soll es grundsätzliche Änderungen geben. Kinder, die in Drachen-Jahren geboren wurden, gelten als besonders beliebt bei (darauf achtenden) Eltern. So gab es zumindest in Taiwan und Hongkong mehr Geburten in den letzten Drachen-Jahren (Knicke nach oben in der dort ansonsten fallenden Geburtenrate). Das Gegenteil davon sind Tiger-Kinder (zu denen ich leider gehöre). Sie gelten als Autoritäts-anzweifelnd und verursachen dadurch Ärger für sich und ihre Familie. In Taiwan zumindest wurden in den letzten Tiger-Jahren weniger Kinder als sonst geboren. Übrigens gibt es in der PRC auch besonders viele Geburten im Herbst, also 9 Monate nach dem Frühlingsfest. Weiterlesen »

Xiamen

Mit einem Freund fuhr ich ein paar Tage nach Xiamen. Diese liegt in der südlicheren Provinz Fujian gleich gegenüber von Taiwan. Hier sah ich auch das erste Mal in China das Meer. Hier liefen wir bei einem Halbmarathon mit.

Xiamen gehört auch zu den reicheren Städten Chinas. Es haben hier z.B. viele Auslandschinesen investiert, die ursprünglich aus dieser Gegend kamen. Xiamen liegt hauptsächlich auf einer Insel. Dieser großen Insel ist eine kleinere Insel vorgelagert, wo sich legitimiert durch den Vertrag von Nanjing 1842 Ausländer (also Westler) niedergelassen hatten. Xiamen gehört also zu den ursprünglichen 5 Vertragshäfen.

Außerdem hab ich einen Chinesischtest gestern hinter mir. Und am 23.1. wird das Chinesische Neujahrsfest sein.

Hier noch die Hymne der Zhejiang-Universität.

Konfuzius-Clan

Noch ein paar Informationen zum Konfuzius-Clan. Ich habe mal etwas recherchiert und Folgendes herausgefunden:

Konfuzius (Kong Zi) lebte 551-479 v.Chr. Er wurde in Qufu (Provinz Shandong) geboren und starb auch dort. Seit etwa der Han-Dynastie (die etwa um 200 v.Chr. begann) war der Konfuzianismus sehr einflussreich – und dementsprechend auch seine Familie, insbesondere seine direkten Nachfahren. Seine Familie hat heute den längsten Stammbaum der Welt. Von Konfuzius selbst ist übrigens nichts Schriftliches direkt überliefert, so wie beim griechischen Sokrates. Weiterlesen »