Vorgestern habe ich mit chinesischen Studenten und zwei ausländischen Professoren an einer Labor-Besichtigung in der USTC teilgenommen. Hier durften wir etwa eine Forschungseinrichtung besuchen, die sich der Feuer-Bekämpfung widmet.

Dann haben wir uns noch das National Synchrotron Radiation Laboratory angesehen. Sehr nahe an Lichtgeschwindigkeit in Vakuumröhren rasende Elektronen werden durch starke Magnetfelder auf Kreisbahnen gezwungen (ohne Magnetfelder und Stöße an anderen Teilchen würden sie, abgesehen von einem kleinen Beitrag der Gravitation, einfach geradeaus weiterlaufen). Bei dieser Ablenkung strahlen die Elektronen longitudinal interessante energiereiche Synchrotronstrahlung ab. Dieses Experiment ist geringfügig komplizierter und teurer als das unsere – ähm, viel komplizierter und teurer. Es lief schon seit 20 Jahren, wird nun aber gerade umgebaut – wie so vieles in Hefei. Dadurch konnten wir uns einige Teile wie dessen Zentrum und den davor gelegenen Linearbeschleuniger ansehen, wo die Strahlung (keine radioaktive, sondern Röntgenstrahlung) während des Betriebs sonst zu hoch wäre. Weltweit gesehen ist es keines der größten Synchrotrone. Dennoch eindrucksvoll! Das größte Synchrotron in Deutschland ist übrigens das DESY in Hamburg.

Dann sahen wir uns noch Reinräume an, in denen voraussichtlich Ende dieses Jahres Experimente starten können. Hier sollen später Nanomaterialien hergestellt werden, und auch für die Halbleitertechnik braucht man sehr saubere Umgebungen. Dieses Gebäude soll etwa 20 Millionen US-Dollar gekostet haben.