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Hefei

Chinesischer Valentinstag

Ich finde, es gibt in China ziemlich viele Festtage der Liebenden/sich gerade Verliebenden. So war gestern am 13.8. das Qixi-Fest, der Chinesische Valentinstag, der jedes Jahr am 7. Tag des 7. Monats des chinesischen lunaren Kalenders stattfindet – und daher jedes Jahr an einem anderen Datum des gregorianischen solaren Kalenders (den wir allgemein benutzen). Sie beruht auf einer Sage des Zusammentreffen eines Kuhhirten (chin. Niulang) und eines Webermädchens (chin. Zhinü).

Außerdem gibt es natürlich noch den westlichen Valentinstag am 14.2. Und noch den 21.5.: im Chinesischen wird der Monat vor den Tag gestellt (allgemein kommen anders als in Deutschland größere vor kleineren Einheiten, wie etwa in der Adresse und im Namen). 521 heißt im Chinesischen 五二一 wǔ èr yī, was mit ein bisschen Fantasie so ähnlich klingt wie 我爱你 wǒ ài nǐ, was „Ich liebe dich“ bedeutet. Und den Singles’ Day am 11.11., der 1993 an der Nanjing-Universität erfunden wurde und nun in ganz China bekannt ist. Und vielleicht noch ein paar Tage, die ich nicht so ganz mitbekommen habe …

Unwetter

Aus heiterem, etwa 37 Grad heißem sonnigen Wetter heraus regnete und stürmte es gestern Nachmittag auf einmal stark in Hefei. In vielen Teilen Hefeis fiel kurz der Strom aus, Bäume fielen auf die Straße, Äste vielen herunter, Parkplatz-Kontrollhäuschen fielen um und eine Zwischenwand in meiner Wohnung wurde durch den starken Luftzug zwischen zwei Fenstern halb herausgerissen. Letztere wurde von Handwerkern nun komplett herausgerissen, und eine neue wurde eingesetzt. Ich selbst hatte vom Sturm nichts mitbekommen, ich war im Labor … ich sah nur die Folgen.

Ich habe in den letzten Tagen, wenn wir bei über 35 Grad durch die Mittagshitze vom Labor zur Mensa schlurften, manchmal zu meinen Mitstudenten gesagt, dass ich diese Hitze gut fände, da der Sommer in Deutschland nicht heiß genug ist, aber inzwischen ist es mir nun von der Temperatur her auch genug …

Häuser-Abriss

Der heruntergekommene Zustand eines Häuserblocks neben meinem jetzigen Wohnort fiel mir schon bei meinem ersten Besuch in Hefei im Mai letzten Jahres http://ingo-in-china.de/hefei-fenghua-letzte-tage/ auf. Vor ein paar Tagen wurde er nun auch tatsächlich abgerissen – und wird wohl neuen Hochhäusern ähnlich dem meinen Platz machen.

 

Es gibt viele Baustellen in Hefei, so wie in vielen anderen chinesischen Städten. Derzeit wird ein Tunnel vom Ost- zum Westcampus gebaut. Außerdem wurde das Universitäts-Verwaltungsgebäude vor Kurzem abgerissen – die Verwaltung wird in einen neu zu bauenden Zentral-Campus ziehen. Auch eine Mittelschule bei uns auf dem Campus wird demnächst abgerissen werden und neuen Labors Platz machen. Die erhöhte Straße auf der Jinzhai Lu an der Westseite meines Campus gab es vor 5 Jahren noch nicht. Ein anderes Viertel in der Nähe wird demnächst auch abgerissen und neu erhöht aufgebaut.

Englisch-Unterricht

Vor kurzem hab ich den etwa 9-jährigen Schülern der Freundin einer Freundin Englisch beigebracht: Hello, my name is … I am … years old. My favourite animal is … Ich hatte erst erwartet, dass sie ziemlich schüchtern wären, sie waren aber ziemlich aufgeweckt und ziemlich süß …

Auf den Spuren Zhu Yuanzhangs

Eigentlich hatte mein Bengbu-Trip nur am Rande mit Zhu Yuanzhang (1328 – 1398), dem Gründer der Ming-Dynastie (1368 – 1644), zu tun – aber der Titel hört sich trotzdem gut an ;-)

 

Am letzten Wochenende war ich also in Bengbu und damit zum ersten Mal im Norden Anhuis. Bengbu ist ein strategisch günstiger Verkehrsknotenpunkt am südlichen Ufer des Huai-Flusses, der Nord- und Südchina geographisch voneinander trennt. An der 2011 eröffneten Bengbu South Railway Station trennen sich die Beijing-Shanghai- und die Beijing-Hefei-Schnellzugstrecken.

 

Der Drachensee gleich östlich bei Bengbu ist eher nicht sehenswert – dafür gibt es einen schönen kleineren See am Ahlen-Berg (锥子山), an dem auch tatsächlich gebadet und geangelt wird, sowie einen im Bau befindlichen Tempel.

 

Der Huaihe-Kultur-Platz in Bengbu ist sehenswert. Einen solch schönen Platz kenne ich in Hefei nicht! Der Huaihe ist der Fluss gleich nördlich von Bengbu, der geographisch Nord- und Südchina voneinander trennt. An diesem Platz wurde zum Lied „Chinas Diaoyu-Inseln“ getanzt. Diese Inseln heißen auf Japanisch Senkaku-Inseln, und um diese gibt es einen Territorialstreit – aus dem Hintergrund schallte währenddessen tiefe – typisch chinesische, wie ich finde – Techno-Musik. In Bengbu kann man, z.B. in der Erdtopf-Straße (土锅路), Erdtopf (tu3guo1 土锅) essen, eine lokale Spezialität. Hier brutzeln etwa fette Rinderfleisch-Stücke vor sich hin; dann wird Wasser nachgeschüttet und es geht so wie beim Hot Pot weiter.

 

Dann war ich noch im nahen Kreis Fengyang der Stadt Chuzhou, Zhu Yuanzhang kommt von hier. Seine Eltern waren einfache Bauern. Er ließ dort ein Mausoleum für seine Eltern bauen, welches ich besichtigte (für touristische Zwecke aber eher unspektakulär ist). Dort gibt es auch eine Stele, auf der Zhu Yuanzhang seine Autobiographie verfasste. Gegenüber steht eine leere Stele. Eigentlich wollte er auf dieser den Dank gegenüber seinen Eltern zum Ausdruck bringen – er fand aber keine Worte dafür. Zhu Yuanzhangs eigenes Mausoleum befindet sich am Purpur-Gold-Berg in Nanjing, siehe hier http://ingo-in-china.de/category/nanjing/. Nanjing machte er auch zeitweilig zur Hauptstadt Chinas.

 

 

Schließlich war ich noch im Zentrum der Kreisstadt Fucheng (Verwaltungssitz von Fengyang), in dessen Zentrum es einen besonders großen Trommelturm zu besichtigen gibt. Hier hatte es ziemlich gewuselt! In alten chinesischen Städten gab es Trommel- und Glockentürme, welche zeremonische etc. Bedeutungen hatten.