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Hangzhou

Sommerferien

Es ist nun zwar schon ewig her, aber vom 26.7. bis zum 8.8. waren mich meine beiden alten Heidelberger Kommilitonen Henning und David besuchen.

Zunächst holte ich sie an einem Wochenende in Shanghai ab. Hier besuchten wir kurz die Yu-Gärten in der Shanghaier Altstadt und die Französische Konzession.

In Shanghai dürfen natürlich auch nicht die berühmten Wolkenkratzer fehlen.

Dann ging es nach Hefei.

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Der Sommer ist heiß

Die Höchst-Temperaturen tagsüber in Hefei im Schatten oszillierten vor kurzem zwischen 39 und 40 Grad (nachts 28-29 Grad), während es in Hangzhou sogar bis zu 43 Grad heiß wurde. Man wird hier auch noch von der Hitze erschlagen, wenn man um Mitternacht einen klimatisierten Raum verlässt. Dazu kommt noch die hohe Luftfeuchtigkeit insbesondere in Hangzhou.

post-hitze2

Noch eine Portion von Halb-Wahrheiten und Gerüchten: Hangzhou ist in diesem Jahr angeblich die viert-heißeste Stadt Chinas, während die drei heißesten Städte in der Umgebung von Hangzhou liegen. Ich habe gehört, dass dieser der heißeste Sommer in Hangzhou seit 63 Jahren ist. Wegen des schwierigen Wetters läuft der Tee-Anbau in diesem Jahr in Hangzhou nicht so gut, sodass im nächsten Jahr nicht so viel Drachenbrunnen-Tee geerntet werden können wird und die Preise steigen werden. (aber ein guter Teil soll ja sowieso gefälschter Tee aus Shaoxing sein) Allgemein ist der Sommer dieses Jahres in China besonders heiß.

In der nächsten Woche wird es mit etwa 35 Grad nicht mehr ganz so heiß werden … Einen sich so heiß anfühlenden Sommer wird man denke ich selbst in Afrika nicht so einfach finden.

KTV, im Park und in Hangzhou spielen

Vor Kurzem war ich mit Kommilitonen, eine von ihnen nur kurz aus Shanghai angereist, im KTV.

Am nächsten Tag war ich mit ihnen noch im Xiaoyaojin-Park am Nordost-Rand der Innenstadt, wo wir einen Drachen steigen lassen wollten, was mangels Wind aber leider nicht geklappt hat.

Außerdem war ich während der Ferien anlässlich des Tags der Arbeit (29.4. – 1.5.) in Hangzhou, wo ich alte Freunde wieder sehen konnte. Netterweise durfte ich beim sizilianischen Kalligraphen Matteo übernachten.

Hefei, Fenghua, Letzte Tage

Erste wichtige Information: ich werde am 28.6., also sehr bald, nach München zurückkommen! Zweite wichtige Information: ich werde relativ bald wieder nach China verschwinden, und zwar nach Hefei.

Von 24.-27.5. war ich in Hefei. Hier werde ich, wenn alles glatt geht, ab in etwa drei Monaten an der University of Science and Technology of China (USTC) die Physik-Masterarbeit schreiben.

Hefei ist die Hauptstadt der Provinz Anhui, gar nicht allzu weit weg von Hangzhou (mit dem Zug bzw. Bus etwa 5 Stunden; wenn aber im Oktober dieses Jahres die Schnellzugstrecke Hangzhou-Nanjing fertig werden sollte, dürfte sich die Fahrtzeit halbieren) In Nanjing, der Hauptstadt Jiangsus, ist man schon in 1 Stunde mit dem Schnellzug. Von Hefei werden noch nicht so viele Mitteleuropäer gehört haben, sogar einige Chinesen wissen nicht genau, wo diese Stadt liegt. Sie ist keine große Stadt wie Hangzhou oder sogar Shanghai, doch leben im Stadtgebiet immer noch etwa so viele Menschen wie in Berlin.

Anhui ist zwar sehr nah am prosperierenden Jangtse-Delta (Zhejiang, Jiangsu, Shanghai), doch um einiges ärmer als dieses. Wenn China behauptet, noch ein Entwicklungsland zu sein, dann dürfte das auf Anhui wohl noch mit am ehesten zutreffen. Eine chin. Studentin erzählte mir, dass sie als Kind glaubte, „Menschen aus Anhui“ (anhuiren, 安徽人) würde „arme Menschen“ bedeuten. Read more »

International Day, Masterarbeit, Nordost-Hangzhou, Reise

Eine Version der Masterarbeit habe ich abgegeben, nun versuche ich, Chinesisch zu lernen … Ein paar Leute habe ich, die mir Chinesisch beibringen wollen/können. Und ich habe den HSK3-Test bestanden, den ich am 18.3. gemacht hatte.

Hangzhou International Day
Am Mi dem 26.4. war der Hangzhou International Day. Die Regierung von Hangzhou hat es mal wieder ziemlich krachen lassen und lud dafür diverse in und um Hangzhou lebende Ausländer dazu ein, sich mit einem Reisebus herumkutschieren (es waren insgesamt etwa 10 Busse), zum Essen einladen zu lassen, Hangzhou allgemein besser kennenzulernen und Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Das Mittagessen bestand hauptsächlich aus Fleisch.

Vor dem Eingang des Restaurants hatten sich auch Chinesen traditionell angezogen, um uns zu empfangen. Dann waren da noch zwei, die Liangzhu nachgesungen haben, abgesehen vom Hintergrund in etwa so: hier klicken

Dann sahen wir z.B. eine Wohnsiedlung in Hangzhou, wo eine kleine Shaoxing-Oper (auch: Yue-Oper; das ist ein Stil der chinesischen Oper, andere sind etwa die Beijing-Oper oder die Sichuan-Oper) vorgespielt wurde – ja, tatsächlich! Ein Beziehungsstreit, allerdings nur etwa 10 Minuten lang und sowohl die Musik als auch der Gesang waren Playback. Und ich habe gehört, dass es diese Oper nur einmal im Jahr dort in der Siedlung gibt, und nur für die Ausländer. So etwas soll es dort in der Nähe auch im ehemaligen Haus eines reichen Händlers aus dem 19. Jahrhundert geben, allerdings auch eher show-mäßig und nicht „echt“ wie vor 100 Jahren.

Wie auch immer, in dieser Wohnsiedlung war es sehr nett, es waren viele Chinesen da – darunter viele ältere Leute, aber nicht nur –, wir konnten scharfen Fisch und Pfannkuchen probieren, haben eine eingewickelte chinesische Medizin gegen Mücken bekommen, uns mit den Leuten unterhalten ….. Am Abend gab es dann noch eine Einladung zur „Impressions of the Westlake“-Show, die u.a. von Zhang Yimou konzipiert wurde und bei der eine Hangzhouer Liebesgeschichte nachgespielt wird. Dabei sitzt man draußen und das Ganze spielt auf einem abgegrenzten Teil des Westsees, hier gibt es Bilder:

http://randymiller.com/portfolio/impression-west-lake/
http://www.flickr.com/photos/bukakke/sets/72157624404780008/with/4754559788/

Sie war zwischendurch ziemlich beeindruckend und wunderschön. Dabei gab es z.B. auch Trommler, ähnlich zu denen am Anfang der Beijing-Olympiade-Eröffnungsshow.

Masterarbeit
Am letzten Mi den 2.5. habe ich meine Masterarbeit für einen „anonymous review“ abgegeben, d.h. sie wird nun von Professoren anderer Universitäten darauf hin überprüft, ob sie würdig ist, später verteidigt zu werden, und es werden Verbesserungsvorschläge gemacht. Ich hatte mein Thema gewechselt, d.h. ich schrieb nun nicht über Windenergie in China, sondern über den Transfer von Kanonenbau-Technologie von Europa nach China von der Ankunft der Europäer auf dem Seeweg im frühen 16. Jahrhundert bis zur Einverleibung Taiwans in Qing-China 1683.

Eigentlich schrieb ich aber auch über den Ursprung von Schießpulver und Feuerwaffen in Song-China (10.-13. Jahrhundert), über die Geschichte von Feuerwaffen allgemein und darüber, wie die Jesuiten den Transfer des (häretischen) Heliozentrismus nach China unterließen (obwohl sie den chinesischen Kalender im 17. Jahrhundert, basierend auf dem ptolemäischen Weltbild, reformierten) – als ein anderes Beispiel von Wissensaustausch im 16. und 17. Jahrhundert. Die Chinesen konnten im 17. Jahrhundert aber z.B. noch besseres Gusseisen herstellen und sie hatten eine entwickeltere Landwirtschaft. Mal sehen, was die Reviewer dazu meinen werden.

Der Grundgedanke ist der, dass Europa ab etwa 1500 bessere Kanonen besaß, diese aber nicht sehr viel besser als z.B. die chinesischen waren, da China die europäischen Neuentwicklungen während dieser Zeit auch eifrig übernommen hat, was sicher auch mit dem Ming-Qing-Übergang zu tun hat, der, wenn man so will, in der Zeit 1618-1683 stattgefunden hat (der richtige Dynastienwechsel war dann 1644). Es gibt Schätzungen, dass während dieser Zeit die Bevölkerung Chinas wegen Krieg, Hunger und Seuchen zeitweise um 40% im Vergleich zu der Bevölkerung von 1600 zurückging. Ähnliches passierte auch bei dem Yuan-Ming- (14. Jahrhundert) und bei dem wohl noch katastrophaleren Song-Yuan-Übergang (13. Jahrhundert).

Nordost-Hangzhou
Am Mi den 2.5. bin ich mit dem Fahrrad durch das mysteriöse Nordost-Hangzhou gefahren.

Mysteriös deshalb, weil ich davor noch nie dort war. Es gibt glaube ich nicht viele Gründe, dorthin zu fahren. Mein Campus liegt in Nordwest-Hangzhou, und alle interessanten/bekannten Sachen sind in der Innenstadt östlich und nördlich des Westsees oder insgesamt um den Westsee herum.

Über Nordost-Hangzhou hatte ich aber noch nichts Besonderes gehört. Also mache ich mich auf die Reise ins wirkliche Leben, mal raus aus dem Campus mit Micky Maus-Atmosphäre, wo alles ziemlich geordnet und sauber ist. Letztendlich habe ich dort zwei Viertel gefunden, die engere Straßen haben, wo es teilweise ziemlich wuselt, mit Grillständen, Kleidungsständen, vielen kleinen Restaurants, usw. usf. Diese Viertel sind um einiges interessanter als die breiten Straßen und die immer gleichen großen Häuserblocks mit Hochhäusern und darunter gefühlten 1/3 Baustellen, wo wieder neue Hochhäuser ähnlich dem meinen gebaut werden.

Ansonsten wird gerade eine Schnellzug-Strecke von Hangzhou aus in Richtung Norden nach Nanjing gebaut, wie sie in den Nordosten nach Shanghai z.B. seit Oktober 2010 existiert. Und es gibt im Norden den „Halben Berg“, ein Park/Gebiet darum wurde erst 2011 eröffnet.

Am Fr den 4.5. war ich außerdem mit einem Freund im ebenso vor kurzem eröffneten Liangzhu Culture Museum, auch im Norden Hangzhous. Die Liangzhu-Kultur (liángzhǔ, 良渚) – nicht zu verwechseln mit der Liangzhu-Liebesgeschichte! (liángzhù, 梁祝) – ist das, was im Jangtse-Delta vor etwa 3000 Jahren passierte, mit Jade-Kunstgegenständen usw. Das Museum war ungefähr ähnlich dem Jinsha Site Museum in Chengdu, das den Shu-Staat in Sichuan vor etwa 3000 Jahren darstellt, wenn auch nicht ganz so groß.

Und zum Abschluss noch ein paar Bilder davon, was ich mit meinem Besuch so alles gesehen/erlebt habe :-)

Zu den Bildern vom Dujiangyan-Bewässerungssystem in Sichuan: Es wurde vor etwa 2250 Jahren, kurz vor der ersten Einigung Chinas, von Li Bing erbaut, und ist zusammen mit modernen Erweiterungen auch heute noch in Betrieb. Es dient dazu, Fluten zu verhindern und die Bewässerung allgemein zu kontrollieren und trägt damit auch zur Fruchtbarkeit Sichuans bei.

Weitere  Bilder von Chengdu, Dujiangyan, Guilin, Longsheng, Yao Minderheit, Shangri-La scenic spot, Dong Minderheit, li Fluss, Giant Panda Breeding Research Base (Xiongmao Jidi), Huanglongxi, sind über die Menüpunkte Bildergalerie … zu finden