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Goldene Woche

Die letzte Woche hatten wir frei. Es war die sog. Goldene Woche anlässlich des Nationalfeiertags, da Mao Zedong am 1.10.1949 die Volksrepublik China ausrief. Im Jahr gibt es insgesamt zwei davon – die zweite ist immer Ende Januar/Anfang Februar anlässlich des chinesischen Neujahrsfests, dessen genauer Zeitpunkt von einem Mondkalender abhängt.

Erst nahm ich an einer Exkursion nach Haining (übersetzt: friedliches Meer) teil. Diese Stadt liegt zwischen Hangzhou (Barken-Gebiet) und Shanghai (auf dem Meer). Die Exkursion wurde vom chinesischen Fernsehen und vom Foreign Propaganda Office of Zhejiang Province organisiert. Das lief darauf hinaus, dass wir Gruppe von Ausländern (bzw. Nicht-Chinesen) andauernd fotografiert und gefilmt wurden, woraus Videobeiträge bzw. Zeitungsartikel fabriziert wurden/werden. Uns wurden die Highlights von Haining gezeigt, die Stadt sollte natürlich von ihrer besten Seite präsentiert werden. So besichtigten wir eine Rollschuh-Sporthalle, das frühere Haus eines chinesischen Dichters, zwei Wohngebiete (eines davon sehr gehoben), einen Ledermarkt (ein aus dem Boden gestampftes riesiges Kaufhaus), einen Tempel (eines Flussgottes) und die berühmte Gezeitenwelle des Qiantang-Flusses (Qiantang = Geld-Becken), die den Fluss aufwärts rollt. Zudem wurden wir dreimal zu größeren Essen eingeladen …

Die Provinz Zhejiang (Zhe-Fluss), deren Hauptstadt Hangzhou ist, ist übrigens nach dem Qiantang-Fluss benannt, dessen antiker Name Zhe-Fluss war. Die Gezeitenwelle wird auch Silberner Drache genannt; sie wird jeweils Anfang September bis zu 9 Meter hoch und ist die größte weltweit. Dieses Jahr gab es dabei ein Unglück. Die Welle durchbrach einen Damm und riss hunderte Menschen mit sich, wobei 20 verletzt wurden:

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Danach fuhr ich mit ein paar Kommilitonen kurz nach Shanghai, das ja gleich um die Ecke liegt (also in einem 200 km-Radius). Diese Stadt symbolisiert wie wohl keine andere das derzeitige Wirtschaftswachstum Chinas. Dennoch hier ein paar traditionelle Bilder von dessen „Altstadt“. Sie hat mir sehr gefallen, allerdings ist sie auch ziemlich unnatürlich. Aber nett für Touristen! Read more »

Teeberge, Kleinigkeiten

Am Samstag war ich mit ein paar andern in den Teebergen westlich des Westsees. Es gibt hier also tatsächlich auch Natur!

Hier gibt es also mehrere Familien, die Tee anbauen, und bei einer haben wir logischerweise Tee getrunken.

Und hier noch ein paar Kleinigkeiten, die mir im Lauf der Zeit aufgefallen sind und die ich euch nicht vorenthalten wollte ;-)

  • es gibt in der Umgebung abends öfters (kürzere) Feuerwerke, die z.B. anlässlich einer Hochzeit oder einer Geschäftseröffnung abgehalten werden. Sehr schön!

  • in unserem Vorlesungsraum und in der Mensa gibt es Überwachungskameras

  • man kann in einer der Mensen den Köchen hinter der Theke zusehen, wie sie das Essen für einen (schnell) zubereiten

  • es gibt bei uns einen Gong wie in der Schule, der 45-Minuten-Unterrichtsstunden und Pausen ankündigt (die von meinem Studiengang allerdings ignoriert werden)

  • es gibt in meinem Wohnheim auffallend viele Pakistanis, dafür umso weniger Inder. Ich vermute, das ist auf ganz China extrapolierbar und der außenpolitischen Lage geschuldet

  • die Matratzen sind hier normalerweise sehr hart. Das gefällt mir!

  • an manchen Universitäten (nicht an der ZJU = Zhejiang-Universität, aber z.B. in Changchun) wird in den Studentenwohnheimen der Strom ab 11 Uhr abends abgestellt (bis 5 Uhr morgens o.ä.), um die Studenten zu einem zeitlich gesunden Lernverhalten zu bringen

  • hier wird langsamer Fahrrad gefahren als in Deutschland, oft wirklich sehr sehr langsam – vielleicht auch, weil es hier mehr unvorhersehbare Verkehrssituationen gibt

  • die Hangzhou-Metro befindet sich im Bau, wird leider aber erst am 1.10.2012 eröffnet. (zu diesem Zeitpunkt wird sie aber z.B. noch nicht zu meinem Zijingang-Campus fahren) Sie wird zukünftigen Studentengenerationen (und natürlich allen anderen) das Erkunden und das Herumkommen in dieser Stadt erheblich erleichtern!

  • bei Frauen gilt es öfters als schick, weiß/blass zu sein und nicht angebräunt wie bei uns in Deutschland/im Westen. Deshalb laufen sie auch manchmal mit Sonnenschirm rum

  • öfters hab ich Jungen gesehen, die Fahrrad fahren; die Freundin hinten drauf, die den Regenschirm für beide hält

Hier noch ein Link zu einem Video, das einen Überblick zu China geben soll:

http://www.tudou.com/programs/view/AZbvpZ847-A/

Manches wird euch langweilen, anderes ist vielleicht interessant. Ihr könnt ja selber sehen, ob ihr es interessant findet.
Hier noch das Preview zu einer deutsch-chinesischen Filmproduktion:

http://v.youku.com/v_show/id_XMjc2NTY1MTAw.html

Ich hab ihn selbst noch nicht gesehen, aber nun ja …

Zweite Studienwoche

05-01-konfuziusHier jedenfalls der Beweis, dass ich hier bin – vor einem Konfuzius auf meinem Campus.

Neues an Vorlesungen gab es in der letzten Woche nur den Chinesischkurs. Er ist nicht einfach für mich, aber es ist gut, dass ich nicht im Anfängerkurs gelandet bin, in dem ich fast nichts gelernt hätte. Da viele Studenten hier mehr Chinesisch lernen wollen, als durch das Programm eigentlich vorgesehen wurde, lernen wir nun auch 1 Stunde mehr pro Woche.
Die Aufenthaltserlaubnis habe ich nun, und ich habe mir ein gebrauchtes Fahrrad und Tischtennisschläger gekauft. Das Fahrrad ist leider ziemlich schrottig … ich hoffe, dass ich damit noch eine Weile fahren kann, ohne es gleich wieder reparieren zu müssen …

Es gab ein paar heiße Tage mit bis zu 35°, wo ich schon vom bloßen Rumsitzen geschwitzt habe. Heute gab es dagegen mittags nur 21°, also der Herbst kommt auch hier …

Manchmal kann man in Restaurants geröstete Erdnusskerne bestellen, die man mit Stäbchen ist.

Kaiserkanal

Am Samstag gab es eine Exkursion zum Anfang des Großen Kanals, auch Kaiserkanal genannt, der von Hangzhou über 1800 km nach Beijing läuft. Er ist damit der längste Kanal der Welt.

Er wurde unter der Sui-Dynastie, die China mal wieder einte, um 600 fertiggestelt. Mit der Zeit verfiel er, unter der mongolischen Yuan-Dynastie im 13. Jahrhundert wurde er erneut aufgepeppelt. Es wurde z.B. Getreide aus dem fruchtbaren Jangtse-Delta in die weit im Norden gelegene Hauptstadt Beijing gebracht. In neuester Zeit wurde er wieder renoviert, allerdings ist seine heutige wirtschaftliche Bedeutung wegen Zügen etc. mit der früheren nicht mehr vergleichbar.
Übrigens, nehmt nicht alles für bare Münze, was ich hier schreibe. Ich habe das alles irgendwo gehört oder gelesen, oft aber nicht nochmal nachgeprüft. Das meiste wird aber schon stimmen!

Hier besuchten wir ein Großer Kanal-, Fächer-, Messer- und Schwert-, Scheren- und ein Schirmmuseum. Ja, eine echte Anballung von Kultur!

Die meisten Museen in China verlangen seit 2006 aufgrund staatlicher Förderung keinen Eintritt mehr, so auch diese.

Am Abend gab es dann noch ein Treffen mit Sprachpartnern, und wie es aussieht, habe ich nun eine Sprachpartnerin, die seit einem Jahr deutsch lernt und es dafür schon ziemlich gut kann.

Erste Studienwoche

Letzten Sonntag gab es einen netten Empfang aller China Studies-Studenten durch die Professoren und Tutoren. Sie haben sich einzeln vorgestellt und danach gab es ein gemeinsames traditionelles chinesisches Essen, wirklich sehr nett! Beim Essen gab es mehrere Fischarten, Garnelen, Sushi, alles mögliche … es wurde immer und immer mehr aufgetischt.
Vorlesungen gibt es dieses Semester folgende (das allerdings nur 8 Wochen dauert, denn hier gibt es 4 „Semester“ pro Jahr):
Chinesische Zivilisation ( Abriss der Geschichte und Kultur); Sozioökonomische Entwicklung in China; Chinesische Business-Studien; Interkulturelle Kommunikation in Theorie und Praxis; Übersicht über China (China Survey); Bildung, Reform und Geschlecht im China des frühen 20. Jahrhunderts; Sprachkurs.

Erst hatte ich das Gefühl, man würde da nicht sehr gefordert, das kann sich aber auch ändern, es war ja bis jetzt nur die erste Woche. Für den Sprachkurs gab es einen Einstufungstest, ich komme wohl in die 2. von 4 Stufen. Von den Wörtern her wird ich wohl unterfordert, von den Schriftzeichen her überfordert sein, da ich bis jetzt keine Schriftzeichen gelernt habe, sondern nur die lateinische Pinyin-Umschrift. Read more »